„Wie schaffen Sie Freiräume für Neugier in Ihrem Team? Teilen Sie Strategien gegen digitale Überlastung!"
„Stay Hungry. Stay Foolish.“ – mit diesen Worten beendete Steve Jobs im Jahr 2005 seine berühmte Rede vor den Absolventinnen und Absolventen der Stanford University.¹ Ursprünglich stammt das Zitat aus der letzten Ausgabe des Whole Earth Catalog, einer Zeitschrift der späten 1960er-Jahre, die Stewart Brand herausgab.² Dort prangte es als Abschiedssatz auf der Rückseite: „Bleibt hungrig. Bleibt töricht.“ Steve Jobs empfahl diesen Wahlspruch den jungen Menschen, um sie daran zu erinnern, stets neugierig zu bleiben und sich von Rückschlägen nicht entmutigen zu lassen.
Doch in unserer heutigen digitalen Wissensgesellschaft steht dieses Motto in einem seltsamen Paradoxon: Einerseits bieten Internet und Digitalisierung einen nie dagewesenen Überfluss an Information und Hilfsmitteln. Andererseits sehen wir, wie viele Menschen in einer Spirale aus Ablenkung, Informationsüberlastung und oberflächlichem Konsum gefangen sind, was tiefe Neugier oft erstickt. Studien deuten darauf hin, dass eine wachsende Anzahl von Nutzerinnen und Nutzern soziale Medien vor allem passiv, zur Zerstreuung oder als „digitalen Lückenfüller“ nutzt – ein Verhalten, das häufig nicht zu echtem Wissensgewinn führt.³ Gleichermaßen klagen Lehrkräfte, Firmen und Studierende über mangelnde Konzentrationsfähigkeit, Zeitdruck und fehlende Gelegenheiten zum Hinterfragen und Experimentieren.
Warum ist Neugier so wichtig? Weil sie als Motor des persönlichen Lernens und der gesellschaftlichen Innovation fungiert. Neugier treibt uns dazu, uns in neue Themen zu vertiefen, ungewöhnliche Wege zu gehen und den Status quo zu hinterfragen. Ohne Neugier wären Renaissance, Aufklärung und viele technologische Revolutionen undenkbar gewesen. Die Frage ist: Wie können wir inmitten all der digitalen Ablenkungen und Überforderungen das „Stay Hungry“-Prinzip bewahren? Dieses Essay geht der Bedeutung und Geschichte der Neugier nach, analysiert die Herausforderungen unserer digitalen Epoche und diskutiert konkrete Lösungswege auf individueller, organisationaler und bildungspolitischer Ebene. Abschließend wagen wir einen Blick in mögliche Zukunftsszenarien, in denen KI-gestützte Lernsysteme und neue Technologien den Wissensdrang befördern – oder aber in falschen Händen ersticken könnten.